Homosexualität in der Bibel

Der Artikel „Volles Adoptionsrecht für homosexuelle Paare? Nicht mit der CDU!“ endete mit der Aussage, die CDU sei „zumindest für Schwule und Lesben unwählbar“. Hier Svetlas Kommentar dazu:

A propos unwählbar… tschuldigung ich bin grad sehr amüsiert, der Artikel ist ohne Frage super und auch deine Haltung finde ich richtig: selbstverständlich schneidet sich ein Homosexueller ins eigene Fleisch, wenn er schwarz wählt (sprechen ja schon für Heteros mehr als genug gute Gründe gegen diese Partei).
Nur sind unter uns doch auch genug, die sich trotz genau gleicher Argumentation für Kirche aussprechen… wäre am besten ein eigenes Thema geworden, aber ich find deinen Artikel nen guten Übergang, außerdem bin ich grad zu bequem um einen unter den abertausenden artikeln in denen uns Christen verwünschen, genauer gesagt den Tot an den Hals wünschen, zufällig auszusuchen.
Gibt es eigentlich noch eine Stelle in der Bibel, die sich an unsereins richtet, außer… ach was soll’s ich find grad ein paar belustigende, obwohl wenn man bedenkt, dass viel sie ernst nehmen wohl besser gesagt beängstigende…

Gen. 19,4-13
Lot, der in Sodom wohnt, bekommt Besuch von zwei Boten Gottes (Engeln), die er gastlich bei sich aufnimmt:
Sie hatten sich noch nicht zur Ruhe begeben, als schon die Männer der Stadt, jung und alt, das ganze Volk bis auf den letzten Mann, das Haus umringten. Sie riefen Lot und sagten zu ihm: “Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bringt sie zu uns heraus, damit wir sie erkennen (d.h. sexuellen Verkehr mit ihnen haben)!” Da ging Lot zu ihnen hinaus vor den Eingang, während er die Tür hinter sich schloß und sprach: “Meine Brüder, begeht doch nicht einen solchen Frevel! Da habe ich noch zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben. Diese will ich zu euch herausbringen, und tut mit ihnen was euch beliebt. Diesen Männern aber dürft ihr nichts tun; denn sie haben sich unter den Schatten meines Daches begeben.”

… und was war die sinnige Lektion der Geschicht: die Männer wollen andere nötigen und Frauen sind wertlos… blabla ungeheurer Mist… also lasst uns alle gemeinsam ein fröhliches verblendendes Weihnachtslied singen!

Leviticus 18, 22:
Du darfst mit einem Manne keinen geschlechtlichen Umgang haben wie mit einer Frau; es wäre ein Greuel.
Leviticus 20, 13:
Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann wie mit einer Frau vergeht, haben beide Schändliches begangen. Sie sollen mit dem Tode bestraft werden; es lastet Blutschuld auf ihnen.
… ist ziemlich unmissverständlich, oder?… da kriegt man nochmal so richtig Lust auf Sonntag morgens

Römer 1, 18-27:
Deshalb überließ sie Gott den schimpflichsten Leidenschaften. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen. Ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in ihrer Begierde gegeneinander: Männer trieben mit Männern Unzucht und empfingen so den gebührenden Lohn für ihre Verirrung.

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7 Antworten zu Homosexualität in der Bibel

7 Kommentare
  1. mark 14. Aug 2009 14:15

    im Grunde genommen kann ich mich meiner Vorschreiberin nur anschließen (und die Rechtschreibfehler verzeigen *G*), bis auf eine Ausnahme: Der Begriff „christlich“ ist zumindest gesellschaftshistorisch nicht frei auslegbar!

    Gerade die Christen waren Menschen, die die altbackenen Vorstellungen der Gesellschaft aufgebrochen und die *Nächstenliebe* zum Grundantrieb allen Handelns ausgerufen haben. Somit könnte man sie fast schon etwas überspitzt als Erfinder der Liberalität bezeichnen (ich weiß, ich weiß … das ist nicht ganz haltbar *g*).

    Was ich sagen will: spätestens wenn man bei der Lektüre des Neuen Testaments bei der Stelle „wer von Euch ist ohne Sünde, werfe den ersten Stein“ und der Sache mit Maria Magdalena angekommen ist, sollte einem klar sein, dass institutionalisierte Kirche und Konservative etwas nicht ganz kapiert haben: wer sich „christlich“ nennt, müsste eigentlich per se und anspruchsinherent schon Homosexuelle in Ruhe lassen … eigentlich *plärr*

    Nur leider nennen sich öffentlich viel zu viele Leute „Christen“ nur weil sie getauft wurden und Kirchensteuer zahlen. Das reicht aber nicht … die wenigsten „Christen“ haben sich jemals Gedanken darüber gemacht, was eigentlich ein „Christ“ ist …

    Ich sag’s nochmal: Viele Grüße und … liebt Euch 😉

    Mark.

    P.S. Nur, damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich selbst betrachte mich nicht als irgendeiner Kirche zugehörig 😉 (Also: warum verteidige ich hier eigentlich das Christentum *???*)

  2. Svetla 12. Aug 2009 22:40

    und da schon wieder, damn!

  3. Svetla 12. Aug 2009 22:38

    boah, zig rechtschreiberfehler, ich werd ja glatt rot beim drüberlesen, entschuldigt, war heut einfach schon zu viel pauken…

  4. Svetla 12. Aug 2009 22:33

    Das Kirche sowie Konservative uns in aller Regel nicht sonderlich gewogen sind, dürfte nur einem Blinden entgangen sein.
    Den Titel „christlich“ kann man natürlich beliebig individuell definieren und in von mir aus auch allein auf die Nächstenliebe beschränken, aber genau hierin liegt die Gefahr: es ist komplette Auslegungssache und entschuldigt, aber das was über unsereins in der Bibel steht, wird sagen wir mal recht häufig nicht sooo zurückhaltend ausgewertet wie sich’s gern die ein oder andere oder eher jede Homo-Kirchengemeinschaft einreden mag, da kann man noch so viel Zeit auf Uminterpretationen verbringen, es zieht halt offensichtlich nicht!… aber wie heißt’s so schön: „Glaube ist alles“^^… macht zwar nichts wahrer aber soll dem ein oder anderen doch bequemer sein, schließlich werden wir ja nicht nur als Homosexuelle zu Abschuss freigegeben sondern andererseits als Menschen hochgelobt: oh ja, welcher Bauer schimpft sich nicht gern zu unrecht „Krönung der Schöpfung“ und welcher Macho nicht gerne als Ursprung (Adam–>Eva, ihr wisst ja schon…)
    …Naja es lässt sich Zeit auf besseres verbringen!

  5. mark 11. Aug 2009 18:54

    Liebe Gemeinde 😉

    für alle, die sich mit dem Thema „Homosexualität und Religion“ gerne auseinandersetzen, möchte ich hier folgenden Buchtipp abgeben:

    „Wrestling with God and Men: Homosexuality in the Jewish Tradition“ von Steven Greenberg (ISBN 978-0299190941)

    Gibt’s (glaube ich zumindest) leider nur auf Englisch. Ist aber insofern interessant, als dass sich hier ein homosexueller orthodoxer (sic!) Rabbi mit dem Thema wirklich theologisch fundiert auseinandersetzt.

    Was ich darüber wirklich interessant finde, ist, dass wir mal wieder von der CDU auf Bibel und Homosexualität gekommen sind 🙂 Liegt ja auch immer wieder so schöne beieinander. Bitte nicht falsch verstehen, aber „Kirche“ oder „Religion“ muss *nicht* unbedingt konservativ sein … die CDU schon … sie muss nämlich eine ganz bestimmte Wählerschaft berücksichtigen. Leider sind das zuweilen insbesondere diejenigen, die sich über die biblischen Implikationen (Zitate und das, was wir daraus ableiten, was historisch sinnvoll und was sinnlos ist, etc.) keine Gedanken machen … Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die CDU ihren „kirchlich-religösen“ Anspruch ganz offiziell schon lange aufgegeben hat.

    Aber eines schaffen beide derzeit, Kirche und Konservative gleichermaßen: Es gibt wenige Gruppierungen in der Welt, die sich derartig besessen mit den sexuellen Neigungen ihrer Mitmenschen auseinandersetzen … wenn man bedenkt, dass in beiden Kreisen Sexualität eigentlich gerne als etwas „unanständiges“ behandelt wird oder zumindest lange Zeit wurde (so der Anschein zumindest), ist das schon eine Meisterleistung!

    Womit wir bei der Frage wären: „Was ist eigentlich christlich“, denn das wäre die entscheidende Frage. Vielleicht bin ich da der falsche Ansprechpartner, aber für mich wirken weder (die Institution) Kirche noch die CDU sonderlich christlich … ebensowenig teilweise antiquierte Worte in einem schon sehr alten Buch … für mich sind die Leute christlich, die sich um Ihren Nächsten kümmern, da sind, wenn sie gebraucht werden, andere nicht verurteilen, sondern verstehen wollen und versuchen, niemandem weh zu tun … weder körperlich noch (nota bene) psychisch … und gerade letzteres ist m.E. das, was Kirche und Konservative gerade besonders mit uns machen!

    Liebe Grüße an alle und … liebt Euch 😉

    Mark.

  6. Fenchurch 11. Aug 2009 17:39

    Ich empfehle jedem, der sich für dieses Thema interessiert, sich mal die Rubrik „Blick in die Bibel“ unter http://www.lsbk.ch anzuschauen.

    Es gibt sieben Stellen in der Bibel, die man dahingehend interpretieren kann, dass homosexuelle Handlungen verurteilt werden. Wer diese (und weitere) Stellen genauer unter die Lupe nehmen möchte, der stöbere mal auf http://www.religioustolerance.org/hom_bibl.htm oder bei http://www.soulforce.org/article/homosexuality-bible-gay-christian.

    Kurze Zusammenfassung: Es gibt zwei Fragen, die man sich stellen muss:

    1. ist bei den einzelnen Stellen wirklich Homosexualität so gemeint, wie wir sie heute verstehen: als liebevolle(!) Beziehung(!) zweier erwachsener(!) Menschen?

    2. wie ernst nehmen wir andere Aussagen, die in der Bibel stehen (gerade in Leviticus) heute?
    - „dass [...] kein Kleid an dich komme, das mit Wolle und Leinen gemengt ist.“ (Lev 19,19)
    - „Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundumher abschneiden noch euren Bart gar abscheren.“ (Lev 19,27)
    - „du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen“ (Lev 25,37)
    - u.v.m.

    Wenn man die Bibel liest, darf man nicht vergessen, dass man es mit einer Übersetzung eines Jahrtausende alten Texts zu tun hat. Man muss versuchen, die für den Glauben wesentlichen Aussagen herauszufiltern und zu interpretieren. Übrigens: Im Kern des christlichen Glaubens – in den Evangelien – wird Homosexualität mit keinem Wort erwähnt. So schlimm kann’s also nicht sein 😉

  7. Fenchurch 11. Aug 2009 17:49

    Und es gibt zwei Bibelstellen, die hier auch noch genannt sein sollten – detaillierte Analysen findet man unter http://www.religioustolerance.org/hom_bmar.htm:

    „Aber Rut sagte: Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir weg umzukehren! Denn wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will auch ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir der HERR tun und so hinzufügen – nur der Tod soll mich und dich scheiden.“ (Rut 1:16+17)

    Romantisch, gell? Wird deshalb auch gern mal bei Hochzeiten zitiert. Das sagt aber im Original eine Frau zu einer Frau!

    Und dann gibt’s natürlich noch eine andere schöne Liebesgeschichte:

    „Und es geschah, als er aufgehört hatte, mit Saul zu reden, verband sich die Seele Jonatans mit der Seele Davids; und Jonatan gewann ihn lieb wie seine eigene Seele. [...] Und Jonatan und David schlossen einen Bund, weil er ihn liebhatte wie seine eigene Seele.“ (1 Sam 18:1+3)
    „Und sie küssten einander und weinten miteinander“ (1 Sam 20:41)
    „Mir ist weh um dich, mein Bruder Jonatan! Über alles lieb warst du mir. Wunderbar war mir deine Liebe, mehr als Frauenliebe.“ (2 Sam 1:26)

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