16. lesbisch-schwule Filmtage Karlsruhe

16. lesbisch-schwule Filmtage zum letzten Mal im PrinzMaxPalais

Eine lesbische Komissarin aus Belgien und zwei schwule Polizisten aus Ungarn. Romanze, Sozialdrama und Krimi auf der einen Seite, eine durchgedrehte Komödie um Psychiatriepatienten und Außerirdische auf der anderen Seite. Gewohnt vielseitig und international präsentieren sich die 16. lesbisch-schwulen Filmtage Karlsruhe vom 29.9. bis 4.10.2009 im KINO PrinzMaxPalais. Übrigens zum letzten Mal an angestammter Spielstätte: Das Festival wird 2010 mit der Kinemathek ins Kurbel-Kino umziehen.

Im Mittelpunkt des Eröffnungsfilmes „Sens Interdits“ stehen die resolute Polizistin Jennifer und ihre Geliebte Selin. Deren Beziehung muss heimlich bleiben, da Selin – streng islamisch erzogen – zu Hause wohnen bleiben muss, bis ein Ehemann für sie gefunden ist. Kein Dauerzustand für Jennifer! Der Debütfilm der jungen belgischen Regisseurin Sumeya Kokten (selbst Polizistin) ist neben seiner Liebesgeschichte und einer spannenden Krimihandlung vor allem auch ein leidenschaftliches Plädoyer für Toleranz und Respekt, zeigt er doch ganz nebenbei die unterschiedlichsten Lebensentwürfe türkischer Frauen in Brüssel. „Sens Interdits“ ist am 29.9. um 19.30 Uhr zu sehen.

Fernab der Wirklichkeit, und dennoch mit einem realen Hintergrund, spielt die Handlung in „Fig Trees“, einem Zwitter aus Dokumentation und filmischer Oper, den die Fimtage am 4.10. als Matinee-Vorstellung zeigen. In Zeiten, in denen massentaugliche Singspiele in Live-Übertragung die Kinos überschwemmen, richtet Regisseur John Greyson sein Augenmerk auf zwei AIDS-Aktivisten der 90er Jahre und kreiert für sie eine ganz eigene Kunstform: Dokumentarische Aufnahmen bettet er in eine etwas schräge Rahmenhandlung, in der Gertrude Stein, ein singendes Albino-Eichhörnchen, eine spanische Heilige aus dem 16. Jahrhundert und die Top-100-AIDS-Songs auftauchen.

Etwas poppiger wird es in dem Musicalfilm „Wäre die Welt mein“ (1.10. um 20.30 Uhr, 3.10. um 16.00 Uhr), einer Adaption von Shakespeares Sommernachtstraum, und der vergnüglichen Dokumentation „Pageant“ (4.10. um 18.30 Uhr). Entlang des Wettbewerbs zur „Miss Gay America“ gibt es Schminktipps aus dem Backstage, hinreißende Gesangsnummern sowie einen sehr ironischen Blick auf den amerikanischen Gigantismus.

Mit Klischees über Amerika spielt auch die herrlich unamerikanische und manchmal sehr politisch unkorrekte Komödie „Drool“ (30.9. um 20.30 Uhr, 3.10. 22.30 Uhr). In der amerikanischen Provinz lebt Anora ihr langweiliges Leben mit einem rassistischen Ehemann und zwei frechen Kids. Als eines Tages die schwarze Kosmetikvertreterin Imogene nebenan einzieht, verändert sich nicht nur Anoras, sondern auch das Leben ihres Ehemanns recht drastisch.

Die weiteren Station der filmischen Weltreise sind der Jemen, Ungarn, Israel und Argentinien. In „Love and Words“ macht sich Sylvie Ballyot Gedanken über das Frauenbild in dem streng islamischen Land. „Panic“ zelebriert die Lust am Kinomachen und am gehobenen Klamauk, während „The Secrets“ und „El Niño Pez“ von Liebespaaren über Standes-, Länder- und Religionsgrenzen hinweg erzählen. Dem deutschen studentischen Filmschaffen widmen sich die Filmtage in den Programmen „Jagdszenen aus Brandenburg“ und „Das Burlebübele mag i net“. Natürlich dürfen auch das beliebte internationale Kurzfilmprogramm (2.10. um 20.30 Uhr) und der filmBRUNCH (am Feiertag, 3.10. im Kulturhaus mikado) nicht fehlen. Das komplette Programm findet sich auf der Homepage www.filmtage-karlsruhe.de.

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