Mappus neuer Ministerpräsident

Am Mittwoch ist Stefan Mappus (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt worden. Nur damit ihr wisst, was da auf euch zukommt, gebe ich hier mal kommentarlos ein paar Zitate von Herrn Mappus wieder, die in der Stuttgarter Zeitung und auf Francescos Blog noch ausführlicher diskutiert werden:

Zum Beispiel 2009, als Brigitte Zypries (SPD) ein Adotionsrecht für homosexuelle Paare gefordert hatte:

Geradezu unerträglich ist der Fall jener „Muster-Regenbogenfamilie“ aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Neben einem leiblichen Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung hätten zwei lesbische Frauen ein zweites Kind mittels künstlicher Befruchtung in die Welt gesetzt, kurioserweise mit dem Samen eines homosexuellen Freundes.

Kinder sind denkbar ungeeignet für Experimente im Bereich der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und bedürfen dem besonderen Schutz der Gesellschaft. Die klassische heterosexuelle Familie, bestehend aus Vater und Mutter, sei immer noch die beste Basis um Kindern Orientierung, Schutz und Sicherheit zu vermitteln.

Oder zum CSD 2005 – wir erinnern uns: der damalige Sozialminister Andreas Renner (CDU) hatte die Schirmherrschaft für den CSD ins Stuttgart übernommen…

Wenn wir vorher von der Schirmherrschaft gewusst hätten, hätten wir sicher davon abgeraten. [...] Ich gebe jetzt noch den Rat, da nicht hinzugehen – weder zur Eröffnungsgala noch zum Umzug.

Nach Angaben von Mappus habe er und 90 Prozent der Fraktion ein Problem

mit dem frivolen, karnevalesken zur Schau stellen von sexuellen Neigungen, wie es bei dieser Veranstaltung geschieht.

Der CSD versuche auf eine

abstoßende Art und Weise eine Woche lang Veranstaltungen durchzubringen, die wir ablehnen.

Auf Queer.de ist zu lesen

In mehreren Debatten zu Homo-Ehen im Stuttgarter Landtag fiel die von Mappus geführte CDU-Fraktion durch polternde Zwischenrufe auf Stammtisch-Niveau und rückständige Auffassungen auf.

Wenn ich da an die Gleichstellungs-Debatte im Karlsruher Gemeinderat und die haarsträubenden Aussagen der dortigen CDU-Fraktion zurückdenke, will ich gar nicht wissen, wie schlimm es im Landtag zugeht…

Als Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag ist Stefan Mappus übrigens mit dafür verantwortlich, das Baden-Württemberg als inzwischen einziges Bundesland von der Länderöffnungsklausel des Lebenspartnerschaftsgesetzes Gebrauch macht. Das bedeutet: Obwohl bundesweit die Standesämter für die Eintragung von Lebenspartnerschaften zuständig sind, macht Baden-Württemberg von einer Sonderregelung Gebrauch: hier sind die Gemeinden zuständig. Noch schlimmer:

Das baden-württembergische Innenministerium hat in einem Schreiben an die Kommunen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Eintragung einer Lebenspartnerschaft ein Rechtsinstitut eigener Art und nicht mit der Ehe vergleichbar ist, was im Verwaltungsvollzug zum Ausdruck kommen müsse.

wie der Karlsuher OB Heinz Fenrich bei oben erwähnter Gleichstellungs-Debatte verkündete.

Naja – da müssen wir jetzt durch. Anfang 2011 steht die nächste Landtagswahl an – hoffen wir, dass „MappiSchnappi, das kleine Krokodil“ (wie er laut Basler Zeitung liebevoll genannt wird) sich bis dahin so unbeliebt gemacht hat, dass die seit 1996 bestehende schwarz-gelbe Regierungskoalition nicht wiedergewählt wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

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1 Antwort zu Mappus neuer Ministerpräsident

1 Trackback
  1. [...] Als vor etwa einem Jahr Stefan Mappus zum neuen Ministerpräsidenten gewählt wurde, habe ich an dieser Stelle (fast) kommentarlos ein paar Zitate von ihm gepostet. [...]

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