Archiv für März 2010

Aus Yvonne wird Balian

Im November 2007 hat die deutsche Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum das Ende ihrer Karriere bekanntgegeben. Sie änderte ihren Namen in „Balian“, unterzog sich einer Hormontherapie und einer geschlechtsangleichenden Operation, und lebt inzwischen als Mann.

Balian Buschbaum: Mein Leben

Balian Buschbaums Autobiographie

Anfang März ist Balian Buschbaums Autobiographie erschienen. In dieser beschreibt er eindrucksvoll sowohl sein früheres Leben als „Mann im falschen Körper“, als auch den schrittweisen Prozess der Angleichung seines biologischen Geschlechts an das gefühlte Geschlecht. Von Kindheit an fühlte und gab er sich männlich, beim Lesen vergisst man manchmal leicht, dass er zu diesem Zeitpunkt (rein biologisch gesehen) noch eine Frau war.

Balian Buschbaum nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet sehr offen und detailliert über alle Aspekte der Geschlechtumwandlung. Einen ersten Eindruck davon bekommt man in einem Interview im Tagesspiegel. So werden nicht nur die Berge von Bürokratie, die Effekte von Testosteronspritzen und die Einfachheit einer Brust-Amputation beschrieben, sondern auch die erstaunlichen medizinischen Möglichkeiten, einen voll funktionsfähigen Penis zu kreieren (die sogenanne „Phalloplasik“).

Auf seiner Homepage kann man sich auf Fotos von ihm überzeugen: Balian Buschbaum wirkt jetzt wesentlich männlicher als die meisten Mitglieder unserer Hochschulgruppe. 😉

Das Buch ist übrigens nicht nur für Transsexuelle interessant: Balian Buschbaum hat zweifelsfrei einen schwierigen Weg hinter sich, aber er hat ihn mutig in Angriff genommen, um am Ende als glücklicher Mann das Leben leben zu können, dass er sich immer erträumt hat. Dieses Buch macht Mut, gleichermaßen sein Glück in die Hand zu nehmen, und zur eigenen Persölichkeit zu stehen. Die wichtigste Message: „Es ist normal, anders zu sein.“

„Blaue Augen bleiben blau: Mein Leben“ von Balian Buschbaum ist erschienen im Krüger-Verlag, erhältlich zum Beispiel bei Amazon.

Queerbeet-Chor gegründet

Am letzten Sonntag kurz vor dem Café XXX hat unser Queerbeet-Chor das Licht der Welt erblickt. Schon häufiger haben wir bei den Vorstellungsrunden im Kaffeeklatsch festgestellt, dass erstaunlich viele Queerbeet-Mitglieder gerne singen oder sich anderweitig musikalisch betätigen. Daher geistert schon längere Zeit der Gedanke durch die Queerbeet, einfach mal einen Queerbeet-Chor zu gründen – und jetzt gibt es ihn also. Angefangen haben wir mit ein paar leichten Rhythmus-Übungen:

Insgesamt haben wir derzeit 15 Sänger/innen auf unserer Interessentenliste. Über weitere Interessenten freuen wir uns natürlich sehr. Egal ob ihr schon singen könnt, oder das noch lernen wollt; ob ihr homo oder hetero seid, Queerbeet-Mitglied oder nicht – Hauptsache ihr traut euch, mal einfach mitzumachen. Wir proben zweimal im Monat, jeweils sonntags abends; die nächsten Proben sind voraussichtlich 21.3., 11.4. und 18.4. im Z10. Schreibt bei Interesse einfach eine kurze Mail an queerbeetätustapunktde oder eine Message an mein Romeo-Profil.

Weiterlesen und noch mehr Videos anschauen…

Vorbildcharakter: Outing

Ist ein Outing heute noch nötig? Diese Frage stellt sich jeder und jedem immer wieder. Dieses mal wird sie von Anne Will und ihrer Freundin beantwortet: Anne Will? Genau die! Bekannt aus dem Fernsehen, insbesondere der Tagesschau, hat sich mit ihrer Freundin bereits im November 2007 geoutet.

Warum wird jetzt schon zu Vorgängen aus 2007 geschrieben? Es gibt dann doch einen aktuellen Anlass, den ich bei Spiegel Online gefunden hat: Die Lebensgefährtin Miriam Meckel hat ein Buch herausgegeben. Nein, kein speziell lesbisches. Dennoch ist das für den Spiegel Grund genug, auch ein paar Hintergründe wieder ins Gedächtnis zu rufen; und für mich bietet es genug Anlass, zum Thema Outing ein paar Sätze zu schreiben.

„Wir wollten einfach in der Lage sein, auf eine öffentliche Veranstaltung zu gehen und am selben Tisch zu sitzen.“

Dieser Satz von Anne Will und Miriam Meckel beschreibt und fasst ganz gut zusammen, weswegen ein Outing immer noch nötig ist: Lesbische und auch schwule Paare in der Öffentlichkeit sind leider noch immer nicht so selbstverständlich, wie es eigentlich sein sollte. Die besondere Aufmerksamkeit der Medien macht es hier leider auch nicht leichter. Jedoch auch ohne Medien bedarf oft genug immer noch Überweindung, den Schritt zu gehen, der es einem jeder und jedem letztlich leichter macht, mit sich und seiner bzw. ihrer Umwelt klarzukommen.
Bestärkt werden gleichgeschlechtlich liebende Menschen nicht zuletzt durch Vorbilder, die sich nicht zu schade sind, in der Öffentlichkeit zu sich zu stehen: Hier gibt es jetzt gleich zwei weiter Vorbilder, die als Rollencharakter für einen selbst dienen können.

24. April: 180° Party im AKK

Poster für die 180°-Party im AKK
Samstag, 24. April 2010

Konzert mit "But Not Grey"ab 21 Uhr (Einlass: 20 Uhr) • Eintritt: 5,–€

Disko mit DJ Novonicab 23 Uhr • Eintritt frei

Location: Altes Stadion (AKK)Lageplan bei Google Maps

Wie selbstverständlich ist das AKK für alle Studenten da, so ist es auch der Ort an dem so vieles auch für Schwule und Lesben begann: Kultur, Chöre, Tanz, Gruppen für Coming-Out und lockeres Beisammensein als Wurzel im Unigelände.

Bunt durchmischt sind auch die Verhältnisse, wenn es heißt:
Queer im AKK. Schwule und Lesben stellen eine beträchtlichen Anteil am Publikum, und die Chance, einen Gleichgesinnten oder eine Gleichgesinnte zu erwischen, ist deutlich erhöht. So sorgt die Queerbeet und das AKK für eine alternative, warme und natürlich auch feucht-fröhliche Stimmung.

JPDinardo

JPDinardo von "But Not Grey"

Es fängt an mit Kultur vom Feinsten:
"But Not Grey" spielen für uns ihr aktuelles Programm. Hinter dem verheißungsvollen Namen But Not Grey steckt ein noch recht junges Musikprojekt, an dem unter anderem JPDinardo beteiligt ist. Gianpaolo oder kurz JP ist ein junger Musiker aus Karlsruhe. Möglicherweise habt ihr ihn schon im Fernsehen gesehen – bei Stefan Raabs Castingshow SSDSDSSWEMUGABRTLAD. Er und sein Duo-Partner Martin Whylee, Absolvent an der Popakademie Mannheim, bilden sie das Projekt But Not Grey.

But Not Grey vermischt stilvoll bekannte Indie Rock und New Wave Songs von Bands wie z. B. The Killers, Depeche Mode oder Muse. Auch eigene Songs mit ausgefeilten Texten werden präsentiert, die mitunter von der Stimme her an Ian Curtis der Band Joy Division erinnern, ohne sein Plagiat zu sein.

Ein musikalischer Genuss der Extraklasse!

DJ Novonic aus Frankfurt

DJ Novonic

Weiter geht's mit Party vom Feinsten:
Bei der anschließenden Disko in der großen AKK-Halle wird DJ Novonic aus Frankfurt die Stimmung zum kochen bringen! Sein Spezialgebiet ist House & Elektro. Die Halle wird bis in die frühen Morgenstunden gerockt!

Damit zwischen dem feiern auch mal eine kleine Verschnaufpause eingelegt werden kann, gibt's einen Chill-Out-Bereich im AKK-Café.

Veranstaltet wird das Event von der Queerbeet-Hochschulgruppe Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem AKK und Schrill im April.