Aus Yvonne wird Balian

Im November 2007 hat die deutsche Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum das Ende ihrer Karriere bekanntgegeben. Sie änderte ihren Namen in „Balian“, unterzog sich einer Hormontherapie und einer geschlechtsangleichenden Operation, und lebt inzwischen als Mann.

Balian Buschbaum: Mein Leben

Balian Buschbaums Autobiographie

Anfang März ist Balian Buschbaums Autobiographie erschienen. In dieser beschreibt er eindrucksvoll sowohl sein früheres Leben als „Mann im falschen Körper“, als auch den schrittweisen Prozess der Angleichung seines biologischen Geschlechts an das gefühlte Geschlecht. Von Kindheit an fühlte und gab er sich männlich, beim Lesen vergisst man manchmal leicht, dass er zu diesem Zeitpunkt (rein biologisch gesehen) noch eine Frau war.

Balian Buschbaum nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet sehr offen und detailliert über alle Aspekte der Geschlechtumwandlung. Einen ersten Eindruck davon bekommt man in einem Interview im Tagesspiegel. So werden nicht nur die Berge von Bürokratie, die Effekte von Testosteronspritzen und die Einfachheit einer Brust-Amputation beschrieben, sondern auch die erstaunlichen medizinischen Möglichkeiten, einen voll funktionsfähigen Penis zu kreieren (die sogenanne „Phalloplasik“).

Auf seiner Homepage kann man sich auf Fotos von ihm überzeugen: Balian Buschbaum wirkt jetzt wesentlich männlicher als die meisten Mitglieder unserer Hochschulgruppe. 😉

Das Buch ist übrigens nicht nur für Transsexuelle interessant: Balian Buschbaum hat zweifelsfrei einen schwierigen Weg hinter sich, aber er hat ihn mutig in Angriff genommen, um am Ende als glücklicher Mann das Leben leben zu können, dass er sich immer erträumt hat. Dieses Buch macht Mut, gleichermaßen sein Glück in die Hand zu nehmen, und zur eigenen Persölichkeit zu stehen. Die wichtigste Message: „Es ist normal, anders zu sein.“

„Blaue Augen bleiben blau: Mein Leben“ von Balian Buschbaum ist erschienen im Krüger-Verlag, erhältlich zum Beispiel bei Amazon.

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6 Antworten zu Aus Yvonne wird Balian

4 Kommentare
  1. Fenchurch 10. Mai 2010 19:29

    Die Webseite von Balian Buschbaum ist http://www.balian-buschbaum.de. Aber als erste Anlaufstelle für Menschen wie Yeliz, die das Gefühl haben, im falschen Körper zu leben, sind vielleicht die folgenden Webseiten besser geeignet:

    Transmann e.V.

    Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.

    Menschenrecht und Transsexualität

    Auf diesen Seiten findet man nicht nur viele Informationen und weiterführende Links zum Thema Transsexualität; die Macher dieser Seiten kennen sich auf wesentlich besser aus als wir. Also: einfach mal anschreiben – die können bestimmt weiterhelfen…

  2. yeliz 09. Mai 2010 18:37

    hallo,
    ich weis nicht wie ich an Ballian Buschbaum komme,ich suche seit wochen und lese über ihn.ich würde so gerne mit ihm über meine probleme reden und ihn erzählen wie es mir geht.ich komme aus einer ganz anderen traditon,ich würde gerne auch so ein schritt für mein leben wagen aber die kraft fehlt mir. ich befinde mich auch im falschen körper,das schlimmste ist aber ich kann mich nie outen..
    bitte ballian mein traum ist nur einmal mit dir zu reden.
    nur ein weg nur ein licht was mir kraft gibt den schritt zu machen den du getahn hast icht mein größter traum..
    liebe grüße

  3. Fenchurch 30. Mrz 2010 01:18

    Danke Kim für deinen ausführlichen Kommentar. Ich gebe gern zu, dass ich mich gerade mit dieser Formulierung recht schwer getan habe, weil mir die von dir beschriebene Problematik durchaus bewusst ist.

    Ich habe mir beim Schreiben des Artikels genau deshalb als Orientierungshilfe nochmal den Text auf der Rückseite des Buchs durchgelesen – und dort ist zu lesen: „[Balian Buschbaum] lebt seither als Mann.“ Auch wenn mir klar ist, dass diese Formulierung den Kern der Sache nur ungenau beschreibt, kann wohl zumindest Balian Buschbaum mit dieser Wortwahl leben.

    Der Rückseitentext ist übrigens überschrieben mit „Dieser Mann war eine Frau“. Auch das finde ich eine fragwürdige Formulierung. War Balian Buschbaum jemals wirklich eine Frau? Aber er war Yvonne Buschbaum, und Yvonne war eine Stabhochspringerin (denn Sportler werden nun mal fein säuberlich in „Männer“ und „Frauen“ aufgeteilt – unabhängig von ihrem „wahren“ Geschlecht). Und nun muss mir doch rein grammatikalisch auch erlaubt sein, zu schreiben, dass sie ihren Namen geändert hat…

    Ich hoffe, du kannst mir verzeihen, wenn ich da bei den Personalpronomen etwas unsicher und verwirrt bin. Ich glaube aber, dass aus dem Rest des Artikels deutlich hervorgeht, dass ich Balian keinesfalls das Wissen über sein eigentliches Geschlecht abspreche, sondern ebenfalls der Ansicht bin, dass er von Kindheit an als Mann im falschen Körper gelebt hat.

  4. Kim 29. Mrz 2010 18:13

    Ich finde folgenden Satz etwas bedenklich:

    „Sie änderte ihren Namen in “Balian”, unterzog sich einer Hormontherapie und einer geschlechtsangleichenden Operation, und lebt inzwischen als Mann.“

    Warum? Weil nicht SIE IHREN Namen änderte, sondern ER… es lebt auch nicht SIE inzwischen als Mann, sondern ER hat sich als Mann geoutet. Einem transsexuellen Menschen zu unterstellen, er oute sich, weil er etwas ANDERES werden wolle, versteht wohl nicht den Grund dafür, warum sich ein transsexueller Mensch outet, als das was er ist.

    Mal ein Beispiel aus einem ähnlichen Bereich: Wenn ein homosexueller Mensch sich als schwul oder lesbisch outet, dann macht dieser das ja nicht weil er schwul oder lesbisch werden will, sondern er ist es bereits. Dass er es IST, ist der Grund für das Outing.

    Genauso verhält es sich bei Transsexualität. Wenn ein transsexueller Mensch sich outet, ist ihm in der Regel völlig klar, dass er ein Geschlecht hat und vorallem WELCHES. Wenn ein transsexueller Mann sich outet, dann weiss er: Ich bin ein Mann. Und dann wird genau DIES der Grund sein, warum er z.B. in eine Hormontherapie geht, oder Operationen wünscht.

    Wer aber nun unterstellt, dass ein transsexueller Mensch zum Zeitpunkt des Outings eine Frau sei, die „Mann werden“ oder „als Mann leben“ will, der impliziert, dass diese Frau (die ja in Wirklichkeit keine ist), irgendeinen ominösen Grund dafür haben müsste, das „Geschlecht wechseln“ zu wollen. In Wirklichkeit handelt es sich aber über einen Mann, der sich outet, und sein Geschlecht eben gerade NICHT wechseln will, sondern lediglich seinen Körper an sein Geschlecht, dass ihm mit seinem Outing bewusst geworden ist, angleichen lassen.

    Dieser Moment des Selbstbewusstseins (das Wissen über das eigentliche Geschlecht) wird in Deutschland transsexuellen Menschen noch abgesprochen. Und scheinbar auch hier in diesem Artikel. Schade (denn genau dieses Absprechen des Geschlechtswissens, dass transsexuelle Menschen über sich selbst haben, ist der Kern der Missverständnisse über Transsexualität, die weltweit in seiner extremsten Form immer noch für allerlei Hassverbrechen an transsexuellen Menschen sorgen – ganz abgesehen davon, dass dieses Missverständnis heute immer noch der Grund dafür ist, warum Menschen Transsexualität als Geisteskrankheit sehen wollen).

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