Archiv für April 2010

Es ist Sommer…

… und das führt zwangsläufig dazu, dass unser wöchentlicher Kaffeeklatsch je nach Laune auch öfters mal im Freien stattfindet.

Kaffeeklatsch im Freien

Kaffeeklatsch im Freien

Wenn ihr also mal mittwochs (ab 16:00 Uhr) zum Kaffeeklatsch kommt, und feststellt, dass im Frauencafé gar niemand von uns ist – dann sind wir wohl mal wieder draußen. Normalerweise hinterlassen wir dann aber einen Zettel, auf dem wir mehr oder weniger genau beschreiben, wo ihr uns findet. Im Zweifelsfall einfach mal über die Wiese vor dem Audimax laufen, und schauen, welches größere Grüppchen sich um tonnenweise leere Kekspackungen versammelt hat, und (Eis-)Kaffee schlürft.
Weiterlesen „Es ist Sommer…“

Queerbeet im ClicKIT

Queerbeet im ClicKIT Onlinemagazin

Artikel im ClicKIT Onlinemagazin

Nachdem wir beim letzten Café XXX Besuch von einem Redakteur und einer Fotografin hatten, könnt ihr das Ergebnis jetzt auf der letzten Seite der aktuellen Ausgabe des ClicKIT bewundern. Es handelt sich dabei um das Onlinemagazin für Studierende des KIT, welches zweimal im Semester erscheint.

Wir hätten den Artikel zwar wahrscheinlich etwas anders geschrieben, aber wir freuen uns auf jeden Fall trotzdem, dass so hoffentlich noch mehr Student(inn)en auf uns aufmerksam werden.

Demo „Schwule und Lesben ins Standesamt“

Beginn der Demo in der Hildapromenade

Beginn der Demo in der Hildapromenade

Am Samstag haben wir wie angekündigt in der Karlsruher Innenstadt für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften demonstriert. Unter dem Motto „Schwule und Lesben ins Standesamt“ trafen sich gegen 14:00 bei strahlendem Sonnenschein rund 300 Demonstranten am Ökumeneplatz (nördlich vom Mühlburger Tor).

Demo am Mühlburger Tor

Rathaus West - vor dem Standesamt

Mit Polizeieskorte ging es dann zunächst am Rathaus West vorbei, wo sich das besagte Standesamt befindet. Dieses ist derzeit nur für Heterosexuelle zuständig, gleichgeschlechtliche Paare müssen sich an das Amt für Bürgerservice und Sicherheit wenden. Das ist nur eine von vielen kleinen Ungleichbehandlungen, die uns in Karlsruhe insgesamt das Gefühl geben, als Paare zweiter Klasse behandelt zu werden. Dagegen wollten wir uns mit dieser Aktion wehren.
Weiterlesen und noch mehr Fotos anschauen…

Wochenrückblick

Sonntag morgen, 9:30. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns. Die hat sogar die legendäre Queer-Woche der letzten Semesters getopt.

Queerbeet-Stand bei der Hochschulgruppenmesse

Queerbeet-Stand bei der Hochschulgruppenmesse

Los ging’s mit der Hochschulgruppenmesse. Am Dienstag hatten im Festsaal des Studentenhauses alle Hochschulgruppen die Möglichkeit, sich mit einem Stand zu präsentieren. Dies haben wir natürlich genutzt, und ich würde sagen, unser Stand war definitiv der bunteste. Nicht nur weil wir rosa Waffeln verschenkt haben…

der Demonstrationzug südlich der Postgalerie

der Demonstrationzug südlich der Postgalerie

Danach kam die Demo „Schwule und Lesben ins Standesamt“: Gemeinsam mit der Schwung und Rosa Rauschen haben wir diese Demo organisiert, um für die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften zu demonstrieren. Etwa 280 Teilnehmer sind bei strahlendem Sonnenschein vom Mühlburger Tor zum Kronenplatz gezogen. Es war ein Samstag nachmittag wie aus dem Bilderbuch, gleichzeitig Frühlingsfest in der Stadt, daher war die Innenstadt gerappelt voll von Passanten. Bei ka-news gibt es bereits einen Bericht, sowie jede Menge Fotos. Update: Inzwischen gibt es auch von uns einen Bericht von der Demo.

Sonntag morgen, 10:00. Mein Wecker klingelt.

180°-Party, Teil 1: Konzert von But not Grey

180°-Party, Teil 1: Konzert von But not Grey

Direkt im Anschlusss an die Demo ging es am Abend gleich weiter mit unserer 180°-Party. Nachdem wir am Abend zuvor die Sporthalle des alten Stadions der Uni in einen überdimensionierten Party-Keller verwandelt hatten, konnte nun der erste Teil der After-Demo-Party beginnen: Die Band „But not Grey“ – bestehend aus JPDinardo und Martin Whylee – gaben ein zweistündiges Konzert; sowohl mit eigenen Songs als auch mit Coverversionen bekannter Stücke.

180°-Party, Teil 2: Disko mit DJ Novonic

180°-Party, Teil 2: Disko mit DJ Novonic

Nach dem Konzert konnte noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden. DJ Novonic heizte uns bei der anschließenden Disko ordentlich ein. Er war es übrigens auch, der uns die beieindruckende Lichttechnik hierfür besorgt und programmiert hat, die den Abend für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.

So eine Woche, und insbesondere so ein Wochenende wie dieses wäre unmöglich ohne die vielen Helfer, die uns dabei unterstützt haben. An dieser Stelle ein Riesen-Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben, dass alles so reibungslos funktionieren konnte. Und natürlich an Viri und Rafa, die als Hauptorganisatoren hoffentlich nicht allzuviele graue Haare davongetragen haben…

Sonntag morgen, 10:30. Ich muss jetzt langsam los: um elf treffen wir uns, um die Halle des AKK wieder in eine Sporthalle umzubauen. Zu all den genannten Events werden wir hier natürlich auch noch ausführlich, und mit viel mehr Fotos berichten. Aber vorher werden wir uns mal ausschlafen…

Erfahrungsbericht: Mein Tag in Lörrach

Samstag, 8:30, Karlsruhe, Europahalle: Eine kleine Gruppe Queerbeetler macht sich auf den Weg nach Lörrach. Wem Lörrach nichts sagt, dies ist eine kleine 50000 Einwohner große Stadt im letzten südwestlichen Zipfel Deutschlands. Dorthin führte uns unser Ausflug mit der „Schwung Karlsruhe“ zum diesjährigen CSD. Mit dabei im Queerbeet Auto waren Martin, ein Urgestein der Queerbeet, Manuel, ein gern gesehener Besucher aus Landau, Christian, ohne den dieser ganze Bericht und der CSD Tag nicht möglich gewesen wäre, denn er war unser Fahrer, und natürlich ich, Sebastian genannt, der die wichtige Aufgabe des Beifahrerplatzbelegens übernahm. Nachdem alle „pünktlich“ bis spätestens 8:30 …. 8:45 am Parkplatz angekommen waren wurden die Aufgaben verteilt. Das Queerbeetauto fuhr voran, nahm 3 der  wichtigen Demoschilder (gemacht für die Demo am 24.4)  mit und wies den Weg.

Weiterlesen „Erfahrungsbericht: Mein Tag in Lörrach“

Demo am Samstag 24.4. in Karlsruhe

Route der Demo

Route der Demo

„Schwule und Lesben ins Standesamt“ – das ist das Motto der Demo am Samstag (24. April), die wir gemeinsam mit Schwung und Rosa Rauschen organisieren. Los geht’s um 14:00 Uhr am Ökumeneplatz (beim Mühlburger Tor). Von dort ziehen wir queer durch Karlsruhe bis zum Kronenplatz, wo wir gegen 15:15 bei einer Kundgebung unsere Forderungen konkretisieren.

Schaut unbedingt auf der offiziellen Demo-Webseite vorbei:
http://www.schwung-karlsruhe.de/demo/

„Schwule und Lesben ins Standesamt“ – Ich bin selbst nicht verpartnert, und habe das auch in der nächsten Zeit nicht vor. Warum sollte ich also demonstrieren? Das Thema geht mich eigentlich gar nichts an…

Und selbst wenn ich mich hier in Karlsruhe verpartnern würde: Ist es wirklich so wichtig, dass für die Eintragung hier nicht das Standesamt sondern das Amt für Bürgerservice und Sicherheit zuständig ist? Die beiden Ämter sind sogar im gleichen Gebäude! Ich wohne ja zum Glück nicht in Ettlingen, oder in Bretten, oder in Bruchsal – für die wäre nämlich anstelle der dortigen Standesämter das Landratsamt in Karlsruhe zuständig – genauer: das Amt für Straßenverkehr, Ordnung und Recht. Klingt aber doch auch irgendwie romantisch.

Weiterlesen „Demo am Samstag 24.4. in Karlsruhe“

Café XXX im April gut besucht

Es ist schon eine Weile her, dass wir hier etwas über das Café XXX berichtet haben. Deshalb wird es mal wieder Zeit, etwas darüber zu schreiben!

Dieses Mal war unser Barabend im Z10 wieder sehr gut besucht – das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass am Montag das neue Semester begonnen hat. Aber überzeugt euch selbst:

Schwul in der Öffentlichkeit?

Hier eine neue Episode zum Thema: „Schwul in der Öffentlichkeit“.

Wie tolerant ist „man“, wenn man unerwartet eine schwule Handlung sieht in der Öffentlichkeit? Und ich meine harmlose Dinge, wie etwa einen Kuss. Und wie sieht es aus, wenn es quasi halböffentlich ist?

Konkret geschah folgendes: Im Kino in der Sneak-Preview kam „Dorian Gray“, eine Verfilmung von – wer hätte es anders erwartet – „Das Bildnis des Dorian Gray“, eines Romans von Oscar Wilde. Die Geschichte ist hoffentlich bekannt, die Verfilmung mehr oder weniger stark daran angelehnt.
Einen Kinobesuch werte ich dabei als halb-öffentlich, da ja jede/r hin kann, aber nur geplant, nicht einfach so zufällig.

Auf den ersten Blick: Jung, hübsch, charmant, männlich, schwere Kindheit – der Protagonist kann ja fast nur schwul sein. So sah es jedenfalls ein Zwischenrufer, der einige Szenen lautstark und für alle vernehmbar mit „schwul“ kommentierte. Ein hörbares kollektives Atemgeräusch bei der einzigen schwul angehauchten Szene: Dorian zeigt sich bei dem Maler seines Gemäldes erkenntlich mit einer „Genusserfahrung“, einem Kuss. Im Film wird noch mehr angedeutet, aber das war es auch schon: eine Andeutung. Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt, doch jede/r muss sich bewusst werden: das ist die eigene Phantasie.

Hier sind aus meiner Sicht zweierlei Dinge zu klären:

Was erwartet man, wenn man eine Sneak-Vorstellung besucht? Der Reiz liegt zum einem im Glücksspielcharakter, welcher Film wird es wohl werden? Zum zweiten kann die Sneak auch als Erweiterung des Horizonts angesehen werden, es kommen oft Filme, die es sonst schwer in die deutschen Kinos geschafft hätten, allemal in die Mainstream-Kinos. Wem der Film zu blöd ist, der kann ja gehen – ist schon vorgekommen, dieses Mal jedoch nicht.

Wie geht man mit unerwarteten Ereignissen um? Abwertend, beleidigend, Augen verschließend, nicht wahr haben wollend? Das ist bei dem Zwischenruf passiert. Kann es am Alter liegen? Die Sneak ist FSK 18, dies ist wohl der Bequemlichkeit, aber natürlich auch dem Überraschungseffekt von Seiten des Kinobetreibers geschuldet. Das Alter sollte also ausscheiden. Ich möchte hier auch keinen Leitfaden für das Unerwartete geben – weder ginge es, noch würde es hier helfen. Statt dessen möchte ich die Frage an den Lesenden bzw. die Lesende geben, wie würdest Du reagieren?

Und die Moral von der Geschichte? Schwul in der Öffentlichkeit ist leider immer noch nicht so selbstverständlich, wie es wünschenswert wäre. Das zeigt sich nun nicht nur bei diesem einen Kinobesuch, sondern natürlich auch bei aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen, z.B. einer Gemeinderatssitzung, oder der Notwendigkeit einer Demonstration für Gleichstellung. Gleichzeitig würde vermehrte erkennbare Präsenz von Schwulen und Lesben in der Öffentlichkeit helfen, und zwar hier bei uns z.B. in der Fußgängerzone, beim Einkauf, eigentlich bei jeder Gelegenheit.