Freitag, 20. August 2010 von
Fenchurch
Das Bundesverfassungsgericht hat diese Woche ein Urteil vom 21. Juli 2010 veröffentlicht, nach der die Ungleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern und Ehegatten bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer verfassungswidrig ist – und zwar rückwirkend seit Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft im August 2001.
Das Urteil wurde in den vergangenen Tagen in der Presse breit diskutiert, u.a. bei Spiegel, Zeit, Welt, FAZ, taz und Financial Times (diese hat auch noch weitere Pressestimmen zusammengestellt). Der einzige nennenswerte negative Kommentar findet sich in der FAZ: „die Überzeugung der Bürgermehrheit ist in der Demokratie entscheidend – nur nicht wenn das Bundesverfassungsgericht spricht.“ Soll wohl heißen: Die Mehrheit der Deutschen will Schwule und Lesben diskriminieren, aber das böse Verfassungsgericht ist halt undemokratisch und interessiert sich nicht dafür, was die Mehrheit will…
Hörenswert ist auch das Interview mit Dorothee Bär von der CSU-Bundestagsfraktion im Deutschlandfunk. Man bekommt fast Mitleid, wenn sie zur ebenfalls nötigen Neuregelung der Einkommensteuer ausgequetscht wird:
DLF: Sie sagen einerseits, wir warten jetzt erst mal ab, was Karlsruhe sagt. Andererseits sagen Sie jetzt, wir können ja nicht anders, als uns immer wieder Karlsruhe zu beugen. Hat die CSU denn da keine eigene Position?
Bär: Das hat ja damit nichts zu tun. [...] Wir sind ja gezwungen, dann auf die Urteile des Bundesverfassungsgerichts auch einzugehen. [...] Wenn es nach uns gegangen wäre, wäre das sicherlich nicht in dieser Art und Weise in den Koalitionsvertrag gekommen.
Das Bundesverfassungsgericht hat jedenfalls nun schon zum dritten Mal die eingetragene Lebenspartnerschaft gestärkt und den Weg zur völligen Gleichstellung weiter geebnet:
Weiterlesen „3:2 für die Lebenspartnerschaft“
Mittwoch, 18. August 2010 von
Viri
In Mexiko City ist es seit gestern für Homo-Ehepaare gesetzlich erlaubt, Kinder zu adoptieren!
weiterlesen hier:
http://www.queer.de/detail.php?article_id=12603
http://www.jornada.unam.mx/2010/08/17/index.php?section=politica&article=002n1pol
Dienstag, 17. August 2010 von
scott

Queerbeet beim CSD in Mannheim 2010
Beim diesjährigen CSD Rhein-Neckar in Mannheim war die Queerbeet mit einer eigenen Fußgruppe angemeldet. Wie schon beim CSD Stuttgart zwei Wochen zuvor zogen wir zusammen mit den anderen Gruppen aus Karlsruhe durch die Quadratestadt.
Während der Parade wurden wir vom SWR gefilmt. Zu sehen sind wir ungefähr von Sekunde 40 bis 47 in diesem Videobeitrag, der auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Der Beitrag liefert eine sehr gute Zusammenfassung darüber, warum heute CSDs überhaupt noch notwendig sind, gemischt mit den Eindrücken von der CSD-Parade in Mannheim. Sehenswert!
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Mannheim Hbf
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CSD Mannheim
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Queerbeet
Mittwoch, 11. August 2010 von
scott

Die Queerbeet beim CSD Stuttgart
Samstag, 31. Juli 2010, kurz vor 14:00 Uhr. Am Karlsruher Hauptbahnhof hat sich eine bunte Menge von knapp 30 Personen versammelt, um zu einem besonderen Ereignis aufzubrechen:
Es ist Christopher Street Day in Stuttgart!
Während einige die Parade nur sehen wollten, waren viele dem Aufruf von Queerbeet sowie Schwung Karlsruhe und Rosa Rauschen gefolgt, in unserer Karlsruher Fußgruppe mitzulaufen. Alle drei genannten Gruppen hatten diesen „Karlsruher Block“ innerhalb der CSD-Parade gemeinsam organisiert. Kurz nach 14:00 Uhr fuhr unser Zug los Richtung Stuttgart. Die Stimmung war schon jetzt super! Nach unserer Ankunft am Stuttgarter Hbf machte sich eine gut gelaunte Truppe von Karlsruher Schwulen & Lesben auf den Weg in die Böblinger Straße, in der bei Nummer 41 schon eine kleine Delegation mit unseren Schildern und Bannern auf uns wartete. Kurz vor Beginn der Parade trafen wir auch dort ein, was die auf uns Wartenden sichtlich erleichterte
Weiterlesen & Bildergalerie vom CSD Stuttgart 2010 anschauen
Donnerstag, 5. August 2010 von
Fenchurch

Fußball
Stellt Euch vor, die Welt wäre andersrum: Ihr schaut euch ein Fußballspiel an, und 95% der Spieler (und der Zuschauer) sind homosexuell. Ihr geht auf ein Straßenfest und 95% der Besucher sind schwul oder lesbisch – wie auch in der Straßenbahn. Ihr geht durch die Straßen und seht gleichgeschlechtliche Paare jeden Alters (!) an jeder Ecke. Und das Beste: es sind alles ganz normale Leute. Keine lustigen Verkleidungen, keine permanenten sexuellen Anspielungen, keine Klischees.

Straßenfest
So habe ich die diesjährigen Gay Games erlebt, die derzeit (31. Juli bis 7. August) in Köln stattfinden. Etwa 10.000 Menschen aus 70 verschiedenen Ländern begegnen sich stets freundlich und empfinden kulturelle Unterschiede als Bereicherung. Sportliche Wettkämpfe werden harmonisch mit- statt gegeneinander ausgetragen – jeder kann mitmachen, vom Amateur bis zum Spitzensportler. Über 3000 freiwillige Helfer sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Durch das reichhaltige Rahmenprogramm ist die Woche sogar für Nicht-Sportler unglaublich attraktiv: Chor- und Bandfestival, Kunstaustellungen, Stadtführungen, Parties, Bühnenprogramm auf dem Straßenfest,…

Turmspringen
35 Disziplinen sind vertreten: Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Turmspringen, aber auch Bowling, Billard, Schach, Bridge und Cheerleading. Fast alle Wettbewerbe kann man sich anschauen, ohne Eintritt dafür zu bezahlen.
Alles in allem kann ich jedem nur empfehlen, einmal an so einer Veranstaltung teilzunehmen. Leider sind die nächsten Gay Games erst 2014, und Ohio ist auch nicht gerade um die Ecke. Aber es gibt ja noch die EuroGames 2011 in Rotterdam, 2012 in Budapest, und die World Outgames 2013 in Antwerpen.
Noch mehr Bilder anschauen…