Interview mit der neuen Queer-Referentin am KIT

Infos zum Queer-Referat

Sprechzeiten: Dienstags, 16-18 Uhr
Kontakt: queerätustapunktde

Am 19. Oktober 2010 beschloss das Studierendenparlament, das Queer-Referat im UStA einzurichten. So soll eine offizielle Anlaufstelle für ratsuchende Studis geboten und Öffentlichkeitsarbeit über Themen, die Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender betreffen, geleistet werden. Nun steht uns die frisch gebackene Queer-Referentin, die vorher schon im Vorstand der Queerbeet aktiv war, Rede und Antwort:

Viri beim CSD Mannheim (14. August 2010)

Queer-Referentin Viri

Kannst du dich kurz vorstellen und etwas zu deiner Person sagen?
Mein Name ist Viridiana Alcántara Cervantes, die meisten kennen mich als Viri. Ich bin vor drei Jahren nach Deutschland gekommen um hier zu studieren und bin jetzt im 7. Semester der Geoökologie. Davor habe ich die Deutsche Schule in Mexiko City besucht.

Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Queer-Referat zu gründen?
Vor ungefähr 10 Jahren gab es schon ein Queer-Referat im UStA, deshalb ist es an sich keine Neugründung. Nachdem die Queerbeet Hochschulgruppe seit ihrer Wiederbelebung in Mai 2009 so schnell gewachsen ist und viele Aktionen organisiert hat, haben wir gemeinsam mit dem UStA über die erneute Einführung eines Queer-Referats diskutiert.

Hast du dich schon auf diesem Gebiet engagiert?
Ja, von Januar bis Oktober dieses Jahres war ich im Vorstand der Queerbeet. Dort habe ich, zusammen mit den anderen zwei Vorständen, verschiedene Veranstaltungen organisiert und Aktionen gestartet um eine Kontaktplattform für alle homo-, bi- und transsexuellen Studis anzubieten und Präsenz auf dem Campus zu zeigen. Außerdem haben wir viel Kontakt zu verschiedenen Vereinen in Karlsruhe gehalten, die sich auch in diesem Gebiet engagieren. Mit zwei Vorstandsmitgliedern aus dem Schwung e.V. habe ich auch eine Informationsveranstaltung für Eltern homosexueller Kinder in Zusammenarbeit mit dem Kinderbüro der Stadt angeboten.

Welche Ziele verfolgst du mit dem Referat?
Ich möchte die Interessen der Homo-, Bi- und Transsexuellen an der Uni vertreten. Dies umfasst das wöchentliche Angebot einer Beratung, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Durchführung von Aktionen und Veranstaltungen. Das wichtigste dabei ist mehr Akzeptanz und Toleranz auf dem Campus zu schaffen.

Was bietest du an konkreten Hilfestellungen (Beratungen) für Studenten an?
Im Prinzip bin ich eine Ansprechpartnerin. Ich kenne es, dass es in einer heteronormativen Gesellschaft oft problematisch ist, die eigene Homo-, Bi- oder Transsexualität zu akzeptieren und zu zeigen. Für viele ist es allgemein bei Problemen hilfreich mit jemandem zu reden, der (emotional) nicht involviert ist. Diese Möglichkeit möchte ich allen bieten.

Wer kann zu dir kommen und was erwarten die Leute bei dir?
Alle. Wie gesagt, ich biete ein offenes Ohr und Hilfe im Rahmen meiner Möglichkeiten. Selbstverständlich sind alle Gespräche auch streng vertraulich.

Planst du bereits konkrete Aktionen an der Uni?
Im Moment plane ich mit Nadja, der Frauenreferentin, und der Queerbeet eine Aktion am 09.11. im Rahmen der bundesweiten Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie. Außerdem würde ich gerne Gespräche mit den Fachschaften über Homophobie und Diskriminierung führen. Interessant fände ich auch die Durchführung von Vorträgen und Podiumsdiskussionen über Heteronormativität; bezüglich Veranstaltungen und Aktionen bin ich allerdings immer offen für neue Ideen und freue mich sehr über Anregungen.

War es schwierig, dieses Referat einzurichten?
Der UStA hat mir sehr geholfen (herzlichen Dank an dieser Stelle!). Als wir den Antrag im Studierendenparlament gestellt haben, lösten wir eine zweistündige Diskussion aus über die Notwendigkeit des Referats. Letztendlich konnte eine unbürokratische Lösung gefunden werden, die alle Seiten zufriedenstellte.

Was möchtest du den Leuten sagen, die ein Queer-Referat für unnötig halten?
Es ist verständlich, dass die meisten Menschen, die nicht betroffen sind, ein Referat für unnötig oder entbehrlich halten. Allerdings ist es oft nicht einfach in unserer Gesellschaft offen mit Homosexualität umzugehen. Ich halte die Toleranz und Akzeptanz der verschiedenen sexuellen Orientierungen für ein Ziel, das, obwohl nicht leicht zu erreichen, doch immer verfolgt werden sollte. In einem halben Jahr, wenn wir zum ersten mal Bilanz ziehen über das, was vom Referat erreicht werden konnte, können wir die Diskussion mit anderen Argumenten gerne wieder aufgreifen.

Wir bedanken uns bei Viri für ihre Mühe und wünschen ihr viel Erfolg mit dem Queer-Referat!

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