Samstag, 16. Juni 2012 von
Fenchurch

"Rosa Note" aus Stuttgart
„Witzig, abwechslungsreich, seriös, tuntig, geistvoll…“ – so beschreibt sich das 9. süddeutsche lesbisch-schwule Chrofestival, die
SaarQueerele, auf seiner Website.
Nachdem sowohl alle Jugendherbergskarten als auch alle Mitfahrer eingesammelt waren, trafen wir uns am Freitag, den 8. Juni, „pünktlich um Halb“ (nur leider ein anderes Halb als das vereinbarte) bei unserem Chorleiter um uns mit zwei Autos auf den Weg auf das lange ersehnte Chorfestival in Saarbrücken zu machen – nein, nicht als Teilnehmer! Dieses Jahr wollten wir erst einmal nur vorkosten, was andere lesbisch-schwule Chöre Süddeutschlands so zu bieten hatten.
Ich glaube, ich spreche für alle Mitfahrer, wenn ich sage, dass die SaarQueerele das, was wir uns darunter vorgestellt hatten, bei weitem übertraf. Wir erwarteten zwei Tage gefüllt mit netter Chormusik und erhielten stattdessen eine gewaltige Ladung film- und theaterreifer Bühnenperformances – eine Mischung aus Kabarett, Musical und wunderschönem Gesang.

Die Weibrations aus Karlsruhe
Insgesamt 16 Chöre aus Süddeutschland und der Schweiz traten bei der SaarQueerele auf. Schon am ersten Abend war eines der Highlights der Karlsruher Frauenchor
„die Weibrations“, die mit ihrem Lied „Karlsruh’“ die Karlsruher Lesbenszene mit Liedzeilen wie „Komm nach Karlsruh’, Mekka der Lesben“ auf die Melodie des Hits „Downtown“ zunächst hemmungslos aufbauschten, um dann in der letzten Strophe mit einem süffisanten Lächeln zuzugeben, dass alles nur erfunden war. Viele der Chöre brachten einen schon alleine durch ihre Namensgebung zum Schmunzeln, wie zum Beispiel der „gemischte Saarbrücker Herrenchor“, die „Miss Stücke“ und „die Philhomoniker“.

Straßensingen auf dem Marktplatz
Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht in der Saarbrücker Jugendherberge und einem reichlichen Frühstück ging es am Samstag mit dem „Straßensingen“ weiter – die Festivalchöre sangen an verschiedenen „Hot Spots“ der Stadt jeweils etwa drei Lieder aus ihrem Repertoire und zogen dann weiter. Viele neugierige Passanten blieben stehen, hörten zu und betrachteten die Schilder, auf denen eine kurze Info über das Festival und den jeweiligen Chor zu finden war. Mittags versammelten sich alle Chöre vor dem Rathaus, um unter gehissten Regenbogenflaggen und mit gewaltigem Stimmvolumen die eigens für das Festival komponierte Hymne „Wir sind alle anders“ zu singen.

Der gemischte Saarbrücker Damenchor
Auch am Samstagabend gab es wieder ein großes Konzert und genau wie am Vorabend kam man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Hätte das Publikum Noten von 1 bis 10 geben müssen, so hätte es spätestens nach dem dritten Chor entnervt aufgegeben oder die Punkteskala ungefragt bis zur 15 erweitert. Nach barocken Klängen des „gemischten Saarbrücker Damenchors“ und satirischen Liedern über untreue Ehemänner und den eigenen „Tuntenchor“ von „Rosa Note“ bildeten die „Mainsirenen“ aus Frankfurt am Main den krönenden Abschluss des Abends. Beim inszenierten Einsingen in einer Chorprobe gingen die Sänger scheinbar „zufällig“ dazu über, verschiedene angesungene Lieder auch weiterzusingen und mit viel Körpereinsatz und entsprechenden Gegenständen deren Aussage zu untermalen.
Glücklich über zwei so wundervolle Tage und gleichzeitig traurig darüber, dass sie schon vorbei waren, fuhren wir Samstagnacht wieder zurück nach Karlsruhe und dachten sehnsüchtig an das Nachfolgefestival, das 2013 in Nürnberg stattfinden wird.
Noch mehr Fotos gibt’s übrigens in der Bildergalerie der SaarQueerele.
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“Rosa Note” aus Stuttgart
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Die Weibrations aus Karlsruhe
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Die Schrillmänner aus Karlsruhe
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Straßensingen auf dem Marktplatz
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Auf dem Rathausplatz
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Gemeinsame Hymne vor dem Rathaus
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Unsere Mädels beim Chillen
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Der gemischte Saarbrücker Damenchor
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