Artikel von Fenchurch

Fernsehbeitrag: Homo-Ehe in BaWü

Gestern wurde in dem Satiremagazin „extra 3″ im NDR ein kleiner Beitrag zur Diskrimierung bei der Eintragung von Lebenspartnerschaften in Baden-Württemberg gezeigt – mit einem Lesbenpaar aus Bretten:

PS: Danke an Anya für den Hinweis 🙂

Und zum gleichen Thema: ein Artikel auf Spiegel-Online vom 9. August (also kurz nach dem CSD Stuttgart). Na also; so langsam dringt die Thematik auch zu den Mainstream-Medien durch…

3:2 für die Lebenspartnerschaft

Das Bundesverfassungsgericht hat diese Woche ein Urteil vom 21. Juli 2010 veröffentlicht, nach der die Ungleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern und Ehegatten bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer verfassungswidrig ist – und zwar rückwirkend seit Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft im August 2001.

Das Urteil wurde in den vergangenen Tagen in der Presse breit diskutiert, u.a. bei Spiegel, Zeit, Welt, FAZ, taz und Financial Times (diese hat auch noch weitere Pressestimmen zusammengestellt). Der einzige nennenswerte negative Kommentar findet sich in der FAZ: „die Überzeugung der Bürgermehrheit ist in der Demokratie entscheidend – nur nicht wenn das Bundesverfassungsgericht spricht.“ Soll wohl heißen: Die Mehrheit der Deutschen will Schwule und Lesben diskriminieren, aber das böse Verfassungsgericht ist halt undemokratisch und interessiert sich nicht dafür, was die Mehrheit will…

Hörenswert ist auch das Interview mit Dorothee Bär von der CSU-Bundestagsfraktion im Deutschlandfunk. Man bekommt fast Mitleid, wenn sie zur ebenfalls nötigen Neuregelung der Einkommensteuer ausgequetscht wird:

DLF: Sie sagen einerseits, wir warten jetzt erst mal ab, was Karlsruhe sagt. Andererseits sagen Sie jetzt, wir können ja nicht anders, als uns immer wieder Karlsruhe zu beugen. Hat die CSU denn da keine eigene Position?

Bär: Das hat ja damit nichts zu tun. [...] Wir sind ja gezwungen, dann auf die Urteile des Bundesverfassungsgerichts auch einzugehen. [...] Wenn es nach uns gegangen wäre, wäre das sicherlich nicht in dieser Art und Weise in den Koalitionsvertrag gekommen.

Das Bundesverfassungsgericht hat jedenfalls nun schon zum dritten Mal die eingetragene Lebenspartnerschaft gestärkt und den Weg zur völligen Gleichstellung weiter geebnet:
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Gay Games in Köln

Fußball

Fußball

Stellt Euch vor, die Welt wäre andersrum: Ihr schaut euch ein Fußballspiel an, und 95% der Spieler (und der Zuschauer) sind homosexuell. Ihr geht auf ein Straßenfest und 95% der Besucher sind schwul oder lesbisch – wie auch in der Straßenbahn. Ihr geht durch die Straßen und seht gleichgeschlechtliche Paare jeden Alters (!) an jeder Ecke. Und das Beste: es sind alles ganz normale Leute. Keine lustigen Verkleidungen, keine permanenten sexuellen Anspielungen, keine Klischees.

Straßenfest

Straßenfest

So habe ich die diesjährigen Gay Games erlebt, die derzeit (31. Juli bis 7. August) in Köln stattfinden. Etwa 10.000 Menschen aus 70 verschiedenen Ländern begegnen sich stets freundlich und empfinden kulturelle Unterschiede als Bereicherung. Sportliche Wettkämpfe werden harmonisch mit- statt gegeneinander ausgetragen – jeder kann mitmachen, vom Amateur bis zum Spitzensportler. Über 3000 freiwillige Helfer sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Durch das reichhaltige Rahmenprogramm ist die Woche sogar für Nicht-Sportler unglaublich attraktiv: Chor- und Bandfestival, Kunstaustellungen, Stadtführungen, Parties, Bühnenprogramm auf dem Straßenfest,…

Turmspringen

Turmspringen

35 Disziplinen sind vertreten: Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Turmspringen, aber auch Bowling, Billard, Schach, Bridge und Cheerleading. Fast alle Wettbewerbe kann man sich anschauen, ohne Eintritt dafür zu bezahlen.

Alles in allem kann ich jedem nur empfehlen, einmal an so einer Veranstaltung teilzunehmen. Leider sind die nächsten Gay Games erst 2014, und Ohio ist auch nicht gerade um die Ecke. Aber es gibt ja noch die EuroGames 2011 in Rotterdam, 2012 in Budapest, und die World Outgames 2013 in Antwerpen.

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Diskussionsabend „Homosexualität in der Bibel“

„Homosexualität ist Sünde“ – habt ihr diesen Spruch schonmal gehört? Wie kann man damit umgehen, wenn jemand so etwas sagt? Es lohnt sich, sich dazu etwas in der Bibel auszukennen und genau zu wissen, was darin über Homosexualität steht – und was nicht.

über 40 Besucher beim Bibelabend

über 40 Besucher beim Bibelabend

Gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und Norbert Wölfle vom Homosexuellenpastoral Freiburg haben wir bei einem Diskussionsabend am 1. Juli Bibelstellen genauer unter die Lupe genommen, die Homosexuelle betreffen (könnten). Neben Mitgliedern der Queerbeet und der KHG waren auch viele Mitglieder der SMD, sowie Besucher des Queer-Gottesdienstes dabei. Besonders haben wir uns darüber gefreut, dass auch Manfred Bruns vom LSVD mit dabei war und uns aus seinem reichen Erfahrungsschatz wertvolle Diskussionsbeiträge liefern konnte.

Zunächst führte Herr Wölfle in das Thema ein, und stellte mit einem Flyer kurz die Arbeit des Homosexuellenpastorals vor. Er ging dann näher auf einzelne Bibelstellen ein:

Herr Wölfle vom Homosexuellenpastoral

Herr Wölfle vom Homosexuellenpastoral

  • In den Heiligkeitsgesetzen steht „Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft“ (Lev 18,22), dort finden sich aber auch viele andere Verbote (z.B. „Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden. Du sollst deinen Bart nicht stutzen.“, Lev 19, 27) die heute nicht mehr ernst genommen werden, weil sie früher hauptsächlich dazu dienten, sich von anderen Religionen abzugrenzen, und Männer deutlich von den ihnen untergeordneten Frauen zu unterscheiden.
  • In den Paulusbriefen findet man „Männer trieben mit Männern Unzucht“ (Röm 1, 27). Paulus kannte jedoch nicht unser heutiges Konzept von Homosexualität (als auf Dauer angelegte liebevolle gleichberechtigte Partnerschaft), sondern bezog sich auf den im antiken Griechenland üblichen Verkehr von (heterosexuellen) Männern mit untergeordneten Sklaven oder Jugendlichen.
  • Die Stadt Sodom (Gen 19, 4-9) wurde nicht zerstört, weil ihre Bewohner homosexuell waren. Viel mehr ging es um eine versuchte Vergewaltigung und eine Verletzung des (damals sehr wichtigen) Gastrechts.

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ne gute Mischung – Unifest 2010

Noch nix los...

Noch nix los...

Am Samstag war das große UStA-Sommerfest, und da durfte natürlich auch die Queerbeet nicht fehlen. Nachdem das Sommerfest vor einem Jahr die erste Aktion der neuen Queerbeet war, und wir beim letzten Winterfest erstmals mit einem eigenen Stand dabeiwaren, haben wir auch diesmal wieder den „Stand ohne Gewissen“ in der Uni-Mensa geschmissen, und dort Longdrinks verkauft.

Vollbetrieb

Vollbetrieb

Wie beim Sommerfest üblich ging die Party drinnen gegen elf los, nachdem im Außenbereich die letzte Band aufgehört hatte zu spielen, und das Fußballspiel abgepfiffen war. Dann strömten die Besucher nach drinnen, um dort noch weitere fünf Stunden zu feiern. Und das bedeutete für uns: Hochbetrieb bis nachts um vier der letzte Tropfen Wodka über die Theke wanderte.

Vielen Dank an alle, die am Stand so engagiert mitgeholfen haben! Obwohl der Betrieb natürlich zeitweise ziemlich stressig sein kann, hat es doch allen wieder viel Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal!

Kann denn Liebe Sünde sein?

Bibel„Wenn ein Mann bei einem Manne liegt“… dann hat er nix zu lachen. Steht in der Bibel. Aber wo? Ist (ausgelebte) Homosexualität wirklich eine Sünde (nach wie vor offizieller Standpunkt der katholischen Kirche)? Kann man Christ sein und gleichzeitig homosexuell? Oder ist das Problem eigentlich die (Fehl-)Interpretation einzelner Bibelstellen durch die katholische Kirche oder evangelikale Gruppen?

Diskussionsabend „Homosexualität in der Bibel“ am 1. Juli

Gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und Norbert Wölfle vom Homosexuellenpastoral Freiburg wollen wir die Bibelstellen genauer unter die Lupe nehmen, die Homosexuelle betreffen (könnten), und deren heutige Relevanz diskutiert werden.

20:00 Uhr, im Haus der KHG, Hirschstr. 103

Diese Veranstaltung ist ganz bewusst für alle offen: Wir freuen uns über heterosexuelle Christen aller Konfessionen (egal wie sie zur Homosexualität stehen) genauso wie über Homosexuelle (auch die, die mit der Bibel nichts anfangen können oder wollen).

Die KHG gehört wie auch die Queerbeet zu den studentischen Gruppen in Karlsruhe. Bisher hatte die KHG nichts mit Schwulen und Lesben zu tun – genauso wie die Queerbeet nichts mit Religion zu tun hat. Daher kam uns die Idee eines gemeinsamen Diskussionsabends über ein Thema, welches beide Gruppen betrifft – auch um die jeweils andere Gruppe einmal kennenzulernen und möglicherweise gegenseitige Vorurteile abzubauen.

McDonalds-Werbung

Ich bin ja eigentlich kein Fan von McDonalds, aber dieser französische Werbespot könnte euch interessieren:

Natürlich hagelte es gleich Protest von evangelikalen Amerikanern – z.B. vom Präsidenten der „American Decency Association“: McDonald’s verrate Millionen Menschen, die für traditionelle Familienwerte einstünden. Stattdessen fördere der Konzern „das gottlose Verhalten von einigen wenigen“.

Statt jedoch dagegen zu halten, betonte McDonalds, dass der Spot ausschließlich in Frankreich gezeigt würde, wo es keine Probleme mit Homosexualität gebe – man stelle lediglich die französische Gesellschaft so dar, wie sie eben sei. Statt die Gelegenheit zu nutzen, um sich auch in Amerika für die Akzeptanz von Homosexuellen einzusetzen, zieht McDonalds also mal wieder den Schwanz ein – wie bereits 2008, als McDonalds nach einem Boykott der American Family Association sein kurz zuvor begonnenes Engagement für eine schwul-lesbische Initiative wieder einstellte.

Fazit also: Doch nicht bei McDonalds essen. Lieber Pepsi trinken. 😉

Geburtstags-XXX mit Queerbeet-Torte

Queerbeet-Geburtstags-Torte

Queerbeet-Torte

Nachdem wir ja am Donnerstag bereits unseren einjährigen Geburtstag gefeiert haben, hatten am Sonntag unsere Besucher des Café XXX auch noch was davon: Mit zwei Geburtstagskuchen wurde unseren Gästen der Abend versüßt.

Geburtstags-Ambiente im XXX

Geburtstags-Ambiente

Auch sonst haben wir den Queerbeet-Geburtstag nochmal richtig gefeiert: Wir haben 99 Luftballons aufgeblasen (mit dem total coolen Kompressor des Z10 ging das viel schneller als erwartet) und zugeknotet (das musste der Queerbeet-Chor von Hand erledigen). Die Ballons, die danach noch ganz waren, haben wir sogar aufgehängt 😉

Der Höhepunkt des Abends war natürlich unser Geburtstags-Ständchen – auch wenn einzelne Sänger da leider nicht ganz textsicher waren (das müssen wir bis zum nächsten Mal nochmal üben).

Jetzt freuen wir uns auf das nächste Jahr. Ob wir es wieder schaffen werden, unsere Mitgliederzahl zu vervierfachen? Wir werden sehen…

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Gute Nachrichten aus Moskau und Malawi

Heute gibt es in der schwul-lesbischen Welt gleich doppelt Grund zum Feiern: In Moskau konnte erstmalig der Gay Pride ohne Verhaftungen und Verletzte durchgeführt werden. Und in Malawi wurde ein schwules Paar begnadigt, nachdem es zuvor zu 14 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, weil es symbolisch geheiratet hatte.

Das Paar in Malawi hatte sich im Dezember in einer öffentlichen Zeremonie das Ja-Wort gegeben, und war direkt danach festgenommen worden. Die beiden Männer wurden letzte Woche wegen „unzüchtigen Verhaltens“ und „naturwidrigen Handlungen“ verurteilt – die Staatsanwältin sprach von einem „geplanten und gut ausgeführten Verbrechen“. Nach internationalen Protesten hat Präsident Bingu wa Mutharika heute bekanntgegeben, dass Tiwonge Chimbalanga und Steven Monjeza begnadigt werden.

Der Gay-Pride in Moskau wurde auch in diesem Jahr wieder von der Stadt verboten. Obwohl es in der Stadt von Polizisten wimmelte, gelang es etwa 30 Aktivisten (unter ihnen natürlich auch wieder Volker Beck) etwa 10 Minuten zu demonstrieren, ohne von Polizei oder Gegendemonstranten entdeckt zu werden:

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Wir haben Geburtstag!

Happy Birthday Queerbeet!

Happy Birthday Queerbeet!

Heute vor einem Jahr wurde die Queerbeet in der heutigen Form gegründet. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Deshalb laden wir am kommenden Sonntag (30.5.) im Z10 zum Special-Geburtstags-Café-XXX ein. Wie üblich öffnen wir von 18:00 bis 24:00 das Z10 für euch – wie gewohnt mit Café-Bar-Bistro-Betrieb zu studentischen Preisen, natürlich mit Geburtstagskuchen (also früh genug da sein – nur solange der Vorrat reicht). Bei hoffentlich gutem Wetter ist auch unser Biergarten geöffnet.

Den Biergarten haben wir heute schonmal ausprobiert: bei nur ganz wenig Regen haben wir unseren Geburtstag mit einem kleinen Grillfest im Z10 gefeiert: