Artikel in der Kategorie „Fundstücke“

Coming-Out-Bericht aus der freien Wildbahn

„Coming-Out? Ist das denn noch ein Thema?“ mag sich der eine oder die andere fragen. Ja, es ist immer noch Thema, und zwar ganz konkret dieses Mal bei Spiegel Online unter der Rubrik Mein erstes Mal. Das „erste Mal“ ist hier die Teilnahme an einem CSD. Die wird im Bericht geschildert, und natürlich mit der ganzen Vorgeschichte, eben dem Coming-Out, sowohl dem inneren, wie dem äußeren, versehen.

Alles nix neues, oder etwa doch?

Neu ist, daß sich dieser Artikel letztlich an alle Jugendlichen richtet (die den Spiegel bzw. dessen Onlineteil lesen), und nicht nur an die lesbischen bzw. schwulen, für die es ja Geschichten dieser Art in nahezu jedem Coming-Out-Ratgeber gibt. Mit ein bisschen Phantasie hilft das den interessierten, heterosexuellen Jugendlichen, sich ein bisschen in Lebenslage und -wirklichkeit von Schwulen und Lesben hinzuversetzen. Und den queeren Jugendlichen, wie es neuerdings so schön heißt, so sie ihre „queerness“ noch nicht entdeckt haben, mag es auf die Sprünge helfen, zu entdecken, was sie bewegt.

Auch interessant sind ein paar der Kommentare am Ende des Artikels, die Leser hinterlassen haben. Hier sind verschiedene Reaktionen, negative wie positive, dabei, alle, wie ich finde, oberhalb der Gürtellinie (Stand bei 8 Kommentaren). Es gibt also für Schwule und Lesben immer noch so einiges zu tun und zu erreichen.

McDonalds-Werbung

Ich bin ja eigentlich kein Fan von McDonalds, aber dieser französische Werbespot könnte euch interessieren:

Natürlich hagelte es gleich Protest von evangelikalen Amerikanern – z.B. vom Präsidenten der „American Decency Association“: McDonald’s verrate Millionen Menschen, die für traditionelle Familienwerte einstünden. Stattdessen fördere der Konzern „das gottlose Verhalten von einigen wenigen“.

Statt jedoch dagegen zu halten, betonte McDonalds, dass der Spot ausschließlich in Frankreich gezeigt würde, wo es keine Probleme mit Homosexualität gebe – man stelle lediglich die französische Gesellschaft so dar, wie sie eben sei. Statt die Gelegenheit zu nutzen, um sich auch in Amerika für die Akzeptanz von Homosexuellen einzusetzen, zieht McDonalds also mal wieder den Schwanz ein – wie bereits 2008, als McDonalds nach einem Boykott der American Family Association sein kurz zuvor begonnenes Engagement für eine schwul-lesbische Initiative wieder einstellte.

Fazit also: Doch nicht bei McDonalds essen. Lieber Pepsi trinken. ;-)

Aus Yvonne wird Balian

Im November 2007 hat die deutsche Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum das Ende ihrer Karriere bekanntgegeben. Sie änderte ihren Namen in „Balian“, unterzog sich einer Hormontherapie und einer geschlechtsangleichenden Operation, und lebt inzwischen als Mann.

Balian Buschbaum: Mein Leben

Balian Buschbaums Autobiographie

Anfang März ist Balian Buschbaums Autobiographie erschienen. In dieser beschreibt er eindrucksvoll sowohl sein früheres Leben als „Mann im falschen Körper“, als auch den schrittweisen Prozess der Angleichung seines biologischen Geschlechts an das gefühlte Geschlecht. Von Kindheit an fühlte und gab er sich männlich, beim Lesen vergisst man manchmal leicht, dass er zu diesem Zeitpunkt (rein biologisch gesehen) noch eine Frau war.

Balian Buschbaum nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet sehr offen und detailliert über alle Aspekte der Geschlechtumwandlung. Einen ersten Eindruck davon bekommt man in einem Interview im Tagesspiegel. So werden nicht nur die Berge von Bürokratie, die Effekte von Testosteronspritzen und die Einfachheit einer Brust-Amputation beschrieben, sondern auch die erstaunlichen medizinischen Möglichkeiten, einen voll funktionsfähigen Penis zu kreieren (die sogenanne „Phalloplasik“).

Auf seiner Homepage kann man sich auf Fotos von ihm überzeugen: Balian Buschbaum wirkt jetzt wesentlich männlicher als die meisten Mitglieder unserer Hochschulgruppe. ;-)

Das Buch ist übrigens nicht nur für Transsexuelle interessant: Balian Buschbaum hat zweifelsfrei einen schwierigen Weg hinter sich, aber er hat ihn mutig in Angriff genommen, um am Ende als glücklicher Mann das Leben leben zu können, dass er sich immer erträumt hat. Dieses Buch macht Mut, gleichermaßen sein Glück in die Hand zu nehmen, und zur eigenen Persölichkeit zu stehen. Die wichtigste Message: „Es ist normal, anders zu sein.“

„Blaue Augen bleiben blau: Mein Leben“ von Balian Buschbaum ist erschienen im Krüger-Verlag, erhältlich zum Beispiel bei Amazon.

Vorbildcharakter: Outing

Ist ein Outing heute noch nötig? Diese Frage stellt sich jeder und jedem immer wieder. Dieses mal wird sie von Anne Will und ihrer Freundin beantwortet: Anne Will? Genau die! Bekannt aus dem Fernsehen, insbesondere der Tagesschau, hat sich mit ihrer Freundin bereits im November 2007 geoutet.

Warum wird jetzt schon zu Vorgängen aus 2007 geschrieben? Es gibt dann doch einen aktuellen Anlass, den ich bei Spiegel Online gefunden hat: Die Lebensgefährtin Miriam Meckel hat ein Buch herausgegeben. Nein, kein speziell lesbisches. Dennoch ist das für den Spiegel Grund genug, auch ein paar Hintergründe wieder ins Gedächtnis zu rufen; und für mich bietet es genug Anlass, zum Thema Outing ein paar Sätze zu schreiben.

„Wir wollten einfach in der Lage sein, auf eine öffentliche Veranstaltung zu gehen und am selben Tisch zu sitzen.“

Dieser Satz von Anne Will und Miriam Meckel beschreibt und fasst ganz gut zusammen, weswegen ein Outing immer noch nötig ist: Lesbische und auch schwule Paare in der Öffentlichkeit sind leider noch immer nicht so selbstverständlich, wie es eigentlich sein sollte. Die besondere Aufmerksamkeit der Medien macht es hier leider auch nicht leichter. Jedoch auch ohne Medien bedarf oft genug immer noch Überweindung, den Schritt zu gehen, der es einem jeder und jedem letztlich leichter macht, mit sich und seiner bzw. ihrer Umwelt klarzukommen.
Bestärkt werden gleichgeschlechtlich liebende Menschen nicht zuletzt durch Vorbilder, die sich nicht zu schade sind, in der Öffentlichkeit zu sich zu stehen: Hier gibt es jetzt gleich zwei weiter Vorbilder, die als Rollencharakter für einen selbst dienen können.

L für Alle!

Mein Lieblingsnewsdienst hat über einen Bericht berichtet (für die Naturwisenschaftler unter den Mitlesern: gewissermassen schon die Ableitung), nachdem Verhüterli größer gemacht werden sollten, allerdings nur in der Beschreibung, nicht in der Realität.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,678194,00.html

Das deckt sich ja subjektiv auch mit GR, wo ja auch unter L kaum was angegeben wird ;-)

Alles nur gelernt

Wie verhält sich ein Mann? Wie verhält sich eine Frau? Hierzu habe ich bei Spiegel Online im Unispiegel einen interessante Zusammenfassung gefunden unter dem Titel „Im Körper des Feindes“. Der Titlel ist nun eher reißerisch gewählt, der Inhalt ist jedoch hochinteressant. Es geht hierbei im Artikel darum, daß Frauen erfahren, was einem Mann so alles widerfährt, und wie er sich verhält. Dieses Verhalten, diese Muster, lernen Frauen in einem Kurs, und, nach ein wenig Übung, schaffen sie es, sich so zu verhalten, daß sie nicht als Frau sondern als Mann wahrgenommen werden. Selbstverständlich ist noch eine eher männliche Kleidung, und etwas Verkleidung in Form von Kosmetik im Spiel, aber das dient nur als Basis.

Was hat das mit uns zu tun? Je nach persönlicher Geschichte habe ich schon den einen oder die andere kennengelernt, die aus den typischen Klischees ausbrechen, und sich so geben wie sie sein wollen, ja wie sie sind, und eben nicht so wie die Gesellschaft ihr Verhalten erwartet, sei es nun die Tunte oder die Transsexuelle. Also ist, das ist nun keine Überraschung, vieles vom eigenen Verhalten erlernt, vorgegeben von der Gesellschaft, von den Eltern, ja fast schon erwartet, und wird gerade im queeren Bereich ja auch reichlich hinterfragt und eben auch anhand der eigenen Realität geändert.

Und, damit das Blog auch endlich etwas Trans-Content erhält: Ich habe mir glaubhaft versichern lassen, daß Transsexuelle ihrem wahren Geschlecht entsprechend auch trainieren, um eben alte, für sie falsche, Verhaltensmuster hinter sich zu lassen.

Nur am Rande: „Im Körper des Feindes“ ist ein, wie ich finde, cooler Film, „Face/Off“ im Original, allerdings ohne queeren Anspruch, der dem Originalakrtikel seinen Titel lieh.

Gedanken zu GayRomeo

„Mein Erstprofil bei Romeo war langweilig und öde
ein Passbild stellte ich hinein, der Text war – naja – blöde…“

Hier ein paar Gedanken, wie man im „blauen Katalog“ sein Profil etwas aufpolieren kann… Aber das wissen die meisten von Euch ja sowieso schon ;-)

Pepsi-Werbung

Die „American Family Association“ freut sich natürlich überhaupt nicht über diesen Spot und ruft unter www.boycottpepsico.com zum Boykott aller Pepsi-Produkte auf. Um Ihre Anhänger zu überzeugen, hat sie dort aufgelistet, wie Schwule und Lesben von Pepsi unterstützt werden. Uns wird man damit allerdings nicht überzeugen können, Pepsi zu boykottieren – eher im Gegenteil ;-)

You don’t need to be afraid

Hach, wenn’s doch so einfach wär…

Olivia Jones bei der NPD

Das Video ist zwar schon alt, aber immer wieder gut!

Travestiekünstler Olivia Jones entlarvt die NPD! Mit ihrer Erscheinung und naiven Fragen wie „Warum sollte man diese Partei wählen?“ bringt sie so manches „braune Häschen“ ins Schwitzen 8)

Details zum Video