Das Bundesverfassungsgericht hat diese Woche ein Urteil vom 21. Juli 2010 veröffentlicht, nach der die Ungleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern und Ehegatten bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer verfassungswidrig ist – und zwar rückwirkend seit Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft im August 2001.
Das Urteil wurde in den vergangenen Tagen in der Presse breit diskutiert, u.a. bei Spiegel, Zeit, Welt, FAZ, taz und Financial Times (diese hat auch noch weitere Pressestimmen zusammengestellt). Der einzige nennenswerte negative Kommentar findet sich in der FAZ: „die Überzeugung der Bürgermehrheit ist in der Demokratie entscheidend – nur nicht wenn das Bundesverfassungsgericht spricht.“ Soll wohl heißen: Die Mehrheit der Deutschen will Schwule und Lesben diskriminieren, aber das böse Verfassungsgericht ist halt undemokratisch und interessiert sich nicht dafür, was die Mehrheit will…
Hörenswert ist auch das Interview mit Dorothee Bär von der CSU-Bundestagsfraktion im Deutschlandfunk. Man bekommt fast Mitleid, wenn sie zur ebenfalls nötigen Neuregelung der Einkommensteuer ausgequetscht wird:
DLF: Sie sagen einerseits, wir warten jetzt erst mal ab, was Karlsruhe sagt. Andererseits sagen Sie jetzt, wir können ja nicht anders, als uns immer wieder Karlsruhe zu beugen. Hat die CSU denn da keine eigene Position?
Bär: Das hat ja damit nichts zu tun. [...] Wir sind ja gezwungen, dann auf die Urteile des Bundesverfassungsgerichts auch einzugehen. [...] Wenn es nach uns gegangen wäre, wäre das sicherlich nicht in dieser Art und Weise in den Koalitionsvertrag gekommen.
Das Bundesverfassungsgericht hat jedenfalls nun schon zum dritten Mal die eingetragene Lebenspartnerschaft gestärkt und den Weg zur völligen Gleichstellung weiter geebnet: Weiterlesen „3:2 für die Lebenspartnerschaft“
Beim diesjährigen CSD Rhein-Neckar in Mannheim war die Queerbeet mit einer eigenen Fußgruppe angemeldet. Wie schon beim CSD Stuttgart zwei Wochen zuvor zogen wir zusammen mit den anderen Gruppen aus Karlsruhe durch die Quadratestadt.
Während der Parade wurden wir vom SWR gefilmt. Zu sehen sind wir ungefähr von Sekunde 40 bis 47 in diesem Videobeitrag, der auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Der Beitrag liefert eine sehr gute Zusammenfassung darüber, warum heute CSDs überhaupt noch notwendig sind, gemischt mit den Eindrücken von der CSD-Parade in Mannheim. Sehenswert!
Samstag, 31. Juli 2010, kurz vor 14:00 Uhr. Am Karlsruher Hauptbahnhof hat sich eine bunte Menge von knapp 30 Personen versammelt, um zu einem besonderen Ereignis aufzubrechen: Es ist Christopher Street Day in Stuttgart!
Während einige die Parade nur sehen wollten, waren viele dem Aufruf von Queerbeet sowie Schwung Karlsruhe und Rosa Rauschen gefolgt, in unserer Karlsruher Fußgruppe mitzulaufen. Alle drei genannten Gruppen hatten diesen „Karlsruher Block“ innerhalb der CSD-Parade gemeinsam organisiert. Kurz nach 14:00 Uhr fuhr unser Zug los Richtung Stuttgart. Die Stimmung war schon jetzt super! Nach unserer Ankunft am Stuttgarter Hbf machte sich eine gut gelaunte Truppe von Karlsruher Schwulen & Lesben auf den Weg in die Böblinger Straße, in der bei Nummer 41 schon eine kleine Delegation mit unseren Schildern und Bannern auf uns wartete. Kurz vor Beginn der Parade trafen wir auch dort ein, was die auf uns Wartenden sichtlich erleichterte
Wenn sich Töchter als lesbisch oder Söhne als schwul offenbaren, ist das für Eltern zunächst keine leichte Situation und sie haben viele Fragen. Wie gehen wir damit in unserer Familie und im Freundeskreis um? Wie sieht die Zukunft unseres Kindes aus? Und ist das vielleicht nur eine pubertäre Phase?
Bei einer zweiteiligen Veranstaltung für Väter und Mütter homosexueller Kinder am Freitag, 16. Juli, von 20 bis 22.30 Uhr und am Samstag, 24. Juli, von 14 bis 16.30 Uhr will das städtische Kinderbüro in Kooperation mit der Volkshochschule und den beiden Referenten Andreas Müller und Markus Elbert vom Verein Schwung – Schwule Bewegung Karlsruhe Hilfestellungen geben und verschiedene Aspekte des Themas gemeinsam diskutieren.
Eine Anmeldung für die Zusammenkünfte im Kinderbüro (Kaiserstraße 99) ist nicht erforderlich.
Am 13. Juni ist wieder Café XXX. Wir haben ein besonderes Programm! Nein, nicht Fußball und Fernsehen, sondern schwules/lesbisches Engagement im Radio. Die Sendung Rosa Rauschen feiert Jubiläum, und tut dies bei uns.
Rosa Rauschen
Live vom Café XXX und aus dem Z10 in den Karlsruher Äther gibt es Rosa Rauschen, das schwule Magazin im Querfunk, mit einer Sondersendung anläßlich dessen 15jährigen Bestehens. Es wird eine zweistündige Sondersendung geben zum Thema „Schwules und lesbisches Engagement in der heutigen Zeit“. Hierzu sind vier Gäste eingeladen, einer davon von der Queerbeet, die anderen von der Schwulen Bewegung Karlsruhe, vom lesbisch-schwulen Kulturfestival Schrill im April und vom Sportverein Uferlos.
Selbstverständlich gibt es die Möglichkeit, sich einzubringen, hierzu werden Saalmikrofone bereitgestellt.
Die Livesendung gibt es von 20 bis 22 Uhr frisch vom Podium, in der Zeit davor und danach gibt es vom Team von Rosa Rauschen ausgewählte Musik, sowie ein Best-Of aus den vergangenen 15 Jahren Sendebetrieb.
Wo zu empfangen? Im Querfunk, dem freien Radio Karlsruhe, 104,8 MHz.
Wann? Am 13.6.2010, 20-22 Uhr Livesendung, Café geöffnet ab 18 Uhr.
Miterleben? Im Café XXX im Z10 in der Zähringerstr. 10, Karlsruhe.
Heute gibt es in der schwul-lesbischen Welt gleich doppelt Grund zum Feiern: In Moskau konnte erstmalig der Gay Pride ohne Verhaftungen und Verletzte durchgeführt werden. Und in Malawi wurde ein schwules Paar begnadigt, nachdem es zuvor zu 14 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, weil es symbolisch geheiratet hatte.
Das Paar in Malawi hatte sich im Dezember in einer öffentlichen Zeremonie das Ja-Wort gegeben, und war direkt danach festgenommen worden. Die beiden Männer wurden letzte Woche wegen „unzüchtigen Verhaltens“ und „naturwidrigen Handlungen“ verurteilt – die Staatsanwältin sprach von einem „geplanten und gut ausgeführten Verbrechen“. Nach internationalen Protesten hat Präsident Bingu wa Mutharika heute bekanntgegeben, dass Tiwonge Chimbalanga und Steven Monjeza begnadigt werden.
Der Gay-Pride in Moskau wurde auch in diesem Jahr wieder von der Stadt verboten. Obwohl es in der Stadt von Polizisten wimmelte, gelang es etwa 30 Aktivisten (unter ihnen natürlich auch wieder Volker Beck) etwa 10 Minuten zu demonstrieren, ohne von Polizei oder Gegendemonstranten entdeckt zu werden:
Am Samstag haben wir wie angekündigt in der Karlsruher Innenstadt für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften demonstriert. Unter dem Motto „Schwule und Lesben ins Standesamt“ trafen sich gegen 14:00 bei strahlendem Sonnenschein rund 300 Demonstranten am Ökumeneplatz (nördlich vom Mühlburger Tor).
Rathaus West - vor dem Standesamt
Mit Polizeieskorte ging es dann zunächst am Rathaus West vorbei, wo sich das besagte Standesamt befindet. Dieses ist derzeit nur für Heterosexuelle zuständig, gleichgeschlechtliche Paare müssen sich an das Amt für Bürgerservice und Sicherheit wenden. Das ist nur eine von vielen kleinen Ungleichbehandlungen, die uns in Karlsruhe insgesamt das Gefühl geben, als Paare zweiter Klasse behandelt zu werden. Dagegen wollten wir uns mit dieser Aktion wehren. Weiterlesen und noch mehr Fotos anschauen…
Sonntag morgen, 9:30. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns. Die hat sogar die legendäre Queer-Woche der letzten Semesters getopt.
Queerbeet-Stand bei der Hochschulgruppenmesse
Los ging’s mit der Hochschulgruppenmesse. Am Dienstag hatten im Festsaal des Studentenhauses alle Hochschulgruppen die Möglichkeit, sich mit einem Stand zu präsentieren. Dies haben wir natürlich genutzt, und ich würde sagen, unser Stand war definitiv der bunteste. Nicht nur weil wir rosa Waffeln verschenkt haben…
der Demonstrationzug südlich der Postgalerie
Danach kam die Demo „Schwule und Lesben ins Standesamt“: Gemeinsam mit der Schwung und Rosa Rauschen haben wir diese Demo organisiert, um für die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften zu demonstrieren. Etwa 280 Teilnehmer sind bei strahlendem Sonnenschein vom Mühlburger Tor zum Kronenplatz gezogen. Es war ein Samstag nachmittag wie aus dem Bilderbuch, gleichzeitig Frühlingsfest in der Stadt, daher war die Innenstadt gerappelt voll von Passanten. Bei ka-news gibt es bereits einen Bericht, sowie jede Menge Fotos. Update: Inzwischen gibt es auch von uns einen Bericht von der Demo.
Sonntag morgen, 10:00. Mein Wecker klingelt.
180°-Party, Teil 1: Konzert von But not Grey
Direkt im Anschlusss an die Demo ging es am Abend gleich weiter mit unserer 180°-Party. Nachdem wir am Abend zuvor die Sporthalle des alten Stadions der Uni in einen überdimensionierten Party-Keller verwandelt hatten, konnte nun der erste Teil der After-Demo-Party beginnen: Die Band „But not Grey“ – bestehend aus JPDinardo und Martin Whylee – gaben ein zweistündiges Konzert; sowohl mit eigenen Songs als auch mit Coverversionen bekannter Stücke.
180°-Party, Teil 2: Disko mit DJ Novonic
Nach dem Konzert konnte noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden. DJ Novonic heizte uns bei der anschließenden Disko ordentlich ein. Er war es übrigens auch, der uns die beieindruckende Lichttechnik hierfür besorgt und programmiert hat, die den Abend für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.
So eine Woche, und insbesondere so ein Wochenende wie dieses wäre unmöglich ohne die vielen Helfer, die uns dabei unterstützt haben. An dieser Stelle ein Riesen-Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben, dass alles so reibungslos funktionieren konnte. Und natürlich an Viri und Rafa, die als Hauptorganisatoren hoffentlich nicht allzuviele graue Haare davongetragen haben…
Sonntag morgen, 10:30. Ich muss jetzt langsam los: um elf treffen wir uns, um die Halle des AKK wieder in eine Sporthalle umzubauen. Zu all den genannten Events werden wir hier natürlich auch noch ausführlich, und mit viel mehr Fotos berichten. Aber vorher werden wir uns mal ausschlafen…
Samstag, 8:30, Karlsruhe, Europahalle: Eine kleine Gruppe Queerbeetler macht sich auf den Weg nach Lörrach. Wem Lörrach nichts sagt, dies ist eine kleine 50000 Einwohner große Stadt im letzten südwestlichen Zipfel Deutschlands. Dorthin führte uns unser Ausflug mit der „Schwung Karlsruhe“ zum diesjährigen CSD. Mit dabei im Queerbeet Auto waren Martin, ein Urgestein der Queerbeet, Manuel, ein gern gesehener Besucher aus Landau, Christian, ohne den dieser ganze Bericht und der CSD Tag nicht möglich gewesen wäre, denn er war unser Fahrer, und natürlich ich, Sebastian genannt, der die wichtige Aufgabe des Beifahrerplatzbelegens übernahm. Nachdem alle „pünktlich“ bis spätestens 8:30 …. 8:45 am Parkplatz angekommen waren wurden die Aufgaben verteilt. Das Queerbeetauto fuhr voran, nahm 3 der wichtigen Demoschilder (gemacht für die Demo am 24.4) mit und wies den Weg.